Wer schon einmal dreißig Minuten lang mit einer Rundbürste in der einen und einem schweren Föhn in der anderen Hand gekämpft hat, kennt die pure Erschöpfung, die mit einem glatten Föhnstyling zu Hause einhergeht. Seit Jahren gilt der legendäre Dyson Airwrap als Goldstandard des High-Tech-Haarstylings. Doch mit einem Preis von fast sechshundert Dollar bleibt er eine beachtliche Luxusinvestition – was viele Beauty-Begeisterte zu der Frage führt, ob es nicht eine praktischere und budgetfreundlichere Alternative gibt.
Hier kommt Dysons jüngste Ingenieursleistung ins Spiel: der Airsmooth. Mit einem Preis, der rund vierhundert Dollar unter dem seines Flaggschiff-Geschwisters liegt, widmet sich der Airsmooth einem ganz konkreten Alltagsproblem. Anstatt gleichzeitig zu locken, wellen, voluminieren und zu trocknen, konzentriert sich dieses geradlinige Tool auf eine einzige, wesentliche Aufgabe: feuchtes Haar mithilfe eines kontrollierten Luftstroms anstelle glühend heißer Heizplatten in ein geschmeidiges, perfekt geglättetes Finish zu verwandeln.
Um herauszufinden, ob dieser Newcomer wirklich mit unserem geschätzten Multi-Styler mithalten kann, haben wir ihn einem rigorosen Praxistest an zwei völlig unterschiedlichen, anspruchsvollen Haartypen unterzogen: lockeren Wellen, die schnell zu Frizz neigen, und feinen, eng gekräuselten Texturen, die sowohl Spannung als auch optimalen Hitzeschutz erfordern.
Der fundamentale Unterschied: Airsmooth vs. Airwrap
Bevor wir uns der praktischen Leistung widmen, lohnt sich ein Blick auf die mechanische Philosophie hinter beiden Geräten. Der Airwrap setzt auf den berühmten Coandă-Effekt, um das Haar aerodynamisch um richtungsgebundene Aufsätze zu wickeln – ganz ähnlich wie bei einem klassischen Lockenstab- und Rundbürsten-Set. Er wurde für maximale Vielseitigkeit, Volumen und schwungvolle Bewegung konzipiert.
Der Airsmooth hingegen zielt direkt auf die klassische Wet-to-Dry-Glättungskategorie ab. Ausgestattet mit präzisen, gerichteten Luftstromkanälen und sanften Spannungskämmen ist er so konstruiert, dass er Haarsträhnen gleichzeitig trocknet und ausrichtet. Durch die Bündelung von Hochgeschwindigkeitsluft bei kontrollierten Temperaturen vermeidet er die extremen thermischen Schäden herkömmlicher Glätteisen und reduziert gleichzeitig die Anzahl der Stylingschritte drastisch.
Warum der Preisunterschied von 400 Dollar so entscheidend ist
Ein Preisunterschied von vierhundert Dollar ist keineswegs nur Kleingeld; er definiert die Zugänglichkeit im Premium-Haarpflegesegment vollkommen neu. Während der Airwrap mit austauschbaren Lockenaufsätzen, mehreren Bürstenköpfen und speziellen Glättungsaufsätzen geliefert wird, geben viele Nutzerinnen im Alltag ehrlich zu, dass sie letztlich nur ein oder zwei Aufsätze wirklich verwenden. Wenn Ihr persönlicher Stil vor allem auf glatte, geschmeidige und natürlich gebändigte Looks ausgerichtet ist, fühlt sich ein massiver Aufpreis für Lockenaufsätze, die man nie anrührt, schlicht unnötig an. Der Airsmooth verzichtet auf überflüssige Extras und liefert gezielte Leistung bei einer deutlich niedrigeren Einstiegshürde.
Der Airsmooth im Praxistest: Echte Ergebnisse nach Haartyp
Haare lassen sich niemals über einen Kamm scheren. Ein Styling-Tool, das mühelos durch feine Wellen gleitet, kann bei dichten, stark strukturierten Locken schnell ziepen, hängenbleiben oder enttäuschen. So hat sich der Styler bei zwei grundverschiedenen Haartypen geschlagen.
Der Test bei welligem Haar (Typ 2)
Bei welligem Haar besteht die größte Herausforderung selten im Strecken der Textur; es geht vielmehr um Frizz-Kontrolle und die richtige Balance des Volumens. Wellige Strähnen reagieren oft empfindlich auf hohe Luftfeuchtigkeit und benötigen gleichmäßige Spannung, um die Schuppenschicht glatt zu versiegeln, ohne die natürliche Fülle plattzudrücken.
Unsere Testerin mit welligem Haar startete mit handtuchtrockenem, feuchtem Haar, das mit einem leichten Hitzeschutzspray vorbereitet wurde. Das schrittweise Styling in einzelnen Partien dauerte von Anfang bis Ende etwa fünfzehn Minuten. Der Airsmooth zauberte ein weiches, salonreifes Finish mit sichtbarem Glanz und ganz ohne statisch aufgeladene Härchen. Im Gegensatz zu herkömmlichen Glätteisen, die welliges Haar oft leblos und brettflach wirken lassen, bewahrte der gerichtete Luftstrom eine natürliche Sprungkraft in den Spitzen, während Frizz an der Oberfläche vollständig eliminiert wurde.
Der Test bei stark gekräuseltem Haar (Typ 4)
Stark gekräuseltes Haar (Typ 4) stellt den ultimativen Härtetest für jedes Warmluft-Stylinggerät dar. Diese Haarstruktur zeichnet sich durch enge Windungen aus, die von Natur aus sehr fragil sind. Die Spannung muss daher straff genug sein, um das Lockenmuster zu strecken, ohne feine Strähnen abbrechen zu lassen oder lebenswichtige Feuchtigkeit zu entziehen.
Unsere Testerin mit Typ-4-Haar entwirrte das feuchte Haar gründlich vor und trug ein feuchtigkeitsspendendes Leave-in-Serum auf, bevor sie in kleineren, etwa zweieinhalb Zentimeter breiten Partien arbeitete. Der Airsmooth zeigte dabei ein bemerkenswertes Talent beim Strecken der Haare. In nur zwei gezielten Zügen pro Partie glättete der Luftstrom die Locken zu einer geschmeidigen, seidenweichen Silk-Press-Ästhetik – völlig ohne den verbrannten Geruch, den man oft von Keramikplatten kennt. Zwar erzielte er nicht das spiegelglatte Glas-Finish eines 230-Grad-Titan-Glätteisens, dafür bot er jedoch ein wesentlich gesünderes, schwungvolles Blowout-Ergebnis, bei dem die Haarschuppenschicht sichtbar intakt und voller Bewegung blieb.
Der Gesundheitsfaktor: Schutz der Haarstruktur
Nachhaltige Haargesundheit beruht auf den kumulativen Auswirkungen täglicher Styling-Entscheidungen. Wenn wir unsere Haare Woche für Woche extremer Kontakthitze aussetzen, riskieren wir den Abbau der inneren Keratinstruktur. Die Folge: Feuchtigkeitsverlust, Spliss und irreparable Schäden am natürlichen Lockenmuster.
Der Airsmooth nutzt intelligente Hitzesensoren, die die Temperatur des Luftstroms dutzende Male pro Sekunde überwachen. Da das Haar primär durch aerodynamische Kraft und kontrollierte Spannung geglättet wird und nicht durch direkt aufliegende Heizplatten, wird die Wärme gleichmäßig verteilt. Für alle, die geschädigtes Haar regenerieren oder ihr natürliches Lockenmuster zwischen glatten Stylings schonen möchten, stellt dieser sanftere Ansatz einen unbestreitbaren gesundheitlichen Vorteil dar.
Wichtigste Erkenntnisse: Welcher Styler passt zu Ihnen?
- Wählen Sie den Dyson Airsmooth, wenn: Ihr Lieblingsstyling ein glattes, elegantes Blowout ist, Sie Glätteisen aus Ihrer Nass-zu-Trocken-Routine verbannen möchten und erstklassige Luftstrom-Technologie ohne die hohe Investition von 600 Dollar suchen.
- Bleiben Sie beim Dyson Airwrap, wenn: Sie regelmäßig zwischen schwungvollen Locken, lässigen Beach Waves und voluminösen 90er-Jahre-Blowouts wechseln und die verschiedenen Locken- und Bürstenaufsätze aktiv nutzen.
- Am besten für die Haargesundheit: Beide Geräte reduzieren Hitzeschäden im Vergleich zu herkömmlichen Stylingtools drastisch. Der Airsmooth bietet jedoch ein schnelleres, direkteres Glätten mit gezielter Spannung für dickere oder strukturierte Strähnen.
Styling-Tipps für den Alltag: So gelingt das perfekte Ergebnis
Ganz gleich, welches Tool besser zu Ihrem Budget passt: Die richtige Vorbereitung stellt sicher, dass Sie mit Ihrem Luftstrom-Styling langanhaltende und maximal glänzende Ergebnisse erzielen:
- Verzichten Sie niemals auf Hitzeschutz: Auch wenn das Styling mit Luftstrom deutlich schonender ist als direkte Kontakthitze, versiegelt eine hochwertige Hitzeschutzbarriere die Schuppenschicht und schützt vor Luftfeuchtigkeit.
- Arbeiten Sie in sauberen, handlichen Partien: Wer versucht, zu viel Haar auf einmal durch das Gerät zu führen, beeinträchtigt die Effizienz des Luftstroms und riskiert ein ungleichmäßiges Trocknen.
- Zuerst leicht vortrocknen: Bei dichterem oder kräftigerem Haar sollten Sie das Haar zunächst an der Luft auf etwa siebzig Prozent antrocknen lassen oder kurz anföhnen, bevor Sie mit den straffenden Zügen beginnen – das spart spürbar Stylingzeit.
- Mit der Kaltstufe fixieren: Wenn Sie jede fertig gestylte Partie kurz mit kühlerer Luft abkühlen, fixieren Sie die Wasserstoffbrückenbindungen im Haar. So behält Ihr geschmeidiges Blowout den ganzen Tag über seine Form.
Das abschließende Urteil
Ersetzt der Dyson Airsmooth den beliebten Airwrap vollständig? Sicherlich nicht für diejenigen, die ihren Look jedes Wochenende mit lebendigen Locken und dynamischen Wellen neu erfinden möchten. Wer sich jedoch schlichtweg geschmeidiges, gesundes und frizzfreies Haar in der halben Zeit wünscht – und dabei gerne vierhundert Dollar im Geldbeutel behält –, für den ist der Airsmooth nicht nur eine kluge Alternative, sondern womöglich sogar das überlegene Tool für die tägliche Styling-Routine.
Quellenangabe: Die Inhalte dieses Artikels basieren auf Originalberichten von Keeks Reid; Jasmine Hyman. Originalbericht von Keeks Reid; Jasmine Hyman lesen →





